Unterhaltsreinigung im Büro: Frequenz, Standards & Hygiene
Unterhaltsreinigung im Büro: Der Schlüssel zu dauerhafter Sauberkeit
Die regelmäßige Unterhaltsreinigung ist das Fundament jedes professionellen Gebäudemanagements. Anders als die einmalige Grundreinigung sorgt sie kontinuierlich für ein sauberes, hygienisches Arbeitsumfeld. Doch wie oft sollte gereinigt werden? Welche Standards gelten? Und wie finden Sie die richtige Balance zwischen Kosten und Qualität?
In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Facility Manager, Hausverwaltungen und Büroleiter über die professionelle Unterhaltsreinigung wissen müssen – von der optimalen Reinigungsfrequenz bis zu den aktuellen Hygienestandards.
Was genau umfasst die Unterhaltsreinigung?
Die Unterhaltsreinigung bezeichnet die regelmäßig wiederkehrende Reinigung von Gebäuden und Räumlichkeiten. Sie dient der Erhaltung eines definierten Sauberkeitsniveaus und unterscheidet sich grundlegend von der Grundreinigung oder Sonderreinigung.
Typische Leistungen der Unterhaltsreinigung
- Bodenreinigung: Staubsaugen, Wischen, Pflege verschiedener Bodenbeläge
- Oberflächenreinigung: Schreibtische, Regale, Fensterbänke, Türklinken
- Sanitärreinigung: WC-Anlagen, Waschbecken, Spiegel, Nachfüllen von Verbrauchsmaterialien
- Papierkorbleerung: Entleeren und bei Bedarf reinigen aller Abfallbehälter
- Küchen- und Teeküchenpflege: Arbeitsflächen, Spüle, Geräteoberflächen
- Staubwischen: Möbel, Heizkörper, erreichbare Flächen
Abgrenzung zu anderen Reinigungsarten
Während die Unterhaltsreinigung den täglichen bis wöchentlichen Reinigungsbedarf abdeckt, kommen andere Reinigungsarten für spezielle Anforderungen zum Einsatz:
- Grundreinigung: Intensive Tiefenreinigung, meist 1-2 Mal jährlich
- Glasreinigung: Fenster und Glasflächen, je nach Lage monatlich bis quartalsweise
- Sonderreinigung: Nach Bauarbeiten, Schadensfällen oder besonderen Ereignissen
Die optimale Reinigungsfrequenz bestimmen
Die Frage nach der richtigen Reinigungshäufigkeit ist zentral für jedes Reinigungskonzept. Zu seltene Reinigung führt zu Hygieneproblemen und Beschwerden, zu häufige Reinigung verursacht unnötige Kosten.
Faktoren für die Frequenzbestimmung
Mehrere Faktoren beeinflussen die ideale Reinigungsfrequenz:
- Nutzungsintensität: Wie viele Personen nutzen die Räume täglich?
- Branche und Tätigkeit: Büro, Praxis, Produktion oder Einzelhandel?
- Publikumsverkehr: Haben externe Besucher Zugang?
- Hygieneanforderungen: Gelten besondere Vorschriften?
- Jahreszeit: Im Winter erhöhter Schmutzeinzug durch Straßenschmutz
Empfohlene Reinigungsintervalle nach Raumtyp
Die folgenden Richtwerte haben sich in der Praxis bewährt:
Täglich zu reinigende Bereiche
- Sanitärräume und WC-Anlagen
- Eingangsbereiche und Foyers
- Teeküchen und Aufenthaltsräume
- Stark frequentierte Flure
- Aufzüge und Treppenhäuser (bei hoher Frequenz)
2-3 Mal wöchentlich
- Standardbüros mit normaler Nutzung
- Besprechungsräume
- Weniger frequentierte Flure
Wöchentlich
- Archiv- und Lagerräume
- Serverräume (mit Spezialanforderungen)
- Selten genutzte Besprechungsräume
Monatlich bis quartalsweise
- Fensterreinigung (innen)
- Heizkörper und schwer zugängliche Stellen
- Leuchten und Deckenelemente
Hygienestandards in der Unterhaltsreinigung
Spätestens seit der Corona-Pandemie sind Hygienestandards in aller Munde. Doch auch unabhängig von Pandemien gelten klare Anforderungen an die professionelle Gebäudereinigung.
Gesetzliche Grundlagen
Verschiedene Regelwerke definieren Hygieneanforderungen:
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): Grundanforderungen an Arbeitsstätten
- DGUV-Vorschriften: Unfallverhütung und Arbeitsschutz
- DIN-Normen: Insbesondere DIN 77400 für Reinigungsdienstleistungen
- Infektionsschutzgesetz: Bei medizinischen Einrichtungen
Kontaktflächen als Hygiene-Hotspots
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Flächen mit häufigem Hautkontakt:
- Türklinken und Türdrücker
- Lichtschalter
- Aufzugknöpfe
- Treppengeländer
- Gemeinschaftlich genutzte Geräte (Drucker, Kopierer)
- Telefone und Tastaturen
- Kaffeemaschinen und Wasserspender
Diese Kontaktflächen sollten bei der täglichen Unterhaltsreinigung priorisiert und mit geeigneten Desinfektionsmitteln behandelt werden.
Das Farbsystem für hygienische Reinigung
Professionelle Reinigungsdienste arbeiten mit einem Farbsystem, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden:
- Rot: Ausschließlich für WC-Bereiche und Urinale
- Gelb: Waschbecken, Duschen, weniger kontaminierte Sanitärbereiche
- Blau: Allgemeine Oberflächen, Büromöbel, Glas
- Grün: Küchen und Lebensmittelbereiche
Achten Sie bei der Auswahl Ihres Reinigungsdienstleisters darauf, dass dieses System konsequent angewendet wird.
Qualitätsstandards und Kontrolle
Qualität in der Unterhaltsreinigung ist messbar – wenn die richtigen Kriterien definiert sind.
Die DIN 77400 als Qualitätsmaßstab
Die DIN 77400 definiert bundesweit einheitliche Standards für Reinigungsdienstleistungen. Sie unterscheidet verschiedene Qualitätsstufen:
- Stufe 1: Höchste Qualität, nahezu keine sichtbaren Verunreinigungen
- Stufe 2: Hohe Qualität, vereinzelte leichte Verunreinigungen tolerierbar
- Stufe 3: Standardqualität, leichte Gebrauchsspuren akzeptabel
- Stufe 4: Basisqualität für weniger repräsentative Bereiche
Effektive Qualitätskontrolle
Um die vereinbarte Qualität sicherzustellen, empfehlen sich verschiedene Kontrollmechanismen:
- Regelmäßige Begehungen: Gemeinsame Kontrollen mit dem Reinigungsdienstleister
- Checklisten: Dokumentierte Prüfung definierter Kriterien
- Feedback-System: Einfache Möglichkeit für Mitarbeiter, Mängel zu melden
- Fotodokumentation: Bei wiederkehrenden Problemen
- Stichproben: Unangekündigte Kontrollen in verschiedenen Bereichen
Typische Qualitätsmängel erkennen
Diese Anzeichen deuten auf Qualitätsprobleme hin:
- Staubablagerungen auf Oberflächen
- Schlieren auf Glasflächen und Spiegeln
- Streifen auf Hartböden
- Unvollständig geleerte Papierkörbe
- Fehlende Verbrauchsmaterialien in Sanitärräumen
- Geruchsbildung trotz Reinigung
- Verschmutzte Ecken und Kanten
Checkliste: Anforderungen an den Reinigungsdienstleister
Bei der Auswahl eines professionellen Reinigungsunternehmens sollten Sie folgende Punkte prüfen:
Fachliche Qualifikation
- Ausbildung der Reinigungskräfte (Gebäudereiniger ist ein Ausbildungsberuf)
- Regelmäßige Schulungen und Fortbildungen
- Erfahrung mit vergleichbaren Objekten
- Kenntnis aktueller Hygienevorschriften
Organisatorische Anforderungen
- Feste Ansprechpartner und Objektleitung
- Vertretungsregelungen bei Krankheit oder Urlaub
- Dokumentation der Reinigungsleistungen
- Erreichbarkeit bei Reklamationen
Ausstattung und Materialien
- Moderne, gewartete Reinigungsgeräte
- Umweltfreundliche Reinigungsmittel (idealerweise EU-Ecolabel)
- Einhaltung des Farbsystems
- Ausreichende Materialverfügbarkeit
Rechtliche Absicherung
- Betriebshaftpflichtversicherung
- Tariftreue und faire Entlohnung
- Einhaltung des Mindestlohns
- Ordnungsgemäße Anmeldung der Mitarbeiter
Kosten der Unterhaltsreinigung kalkulieren
Die Kosten für professionelle Unterhaltsreinigung variieren je nach Anforderung, Region und Anbieter erheblich.
Typische Preismodelle
In der Branche sind verschiedene Abrechnungsmodelle üblich:
- Quadratmeterpreis: 0,50 € bis 2,50 € pro m², je nach Leistungsumfang
- Stundenpreis: 25 € bis 45 € pro Stunde (inkl. Material)
- Pauschalpreis: Monatliche Festbeträge für definierte Leistungen
Kostenfaktoren verstehen
Diese Faktoren beeinflussen den Preis:
- Reinigungsfrequenz: Täglich ist teurer als wöchentlich, aber pro Einsatz günstiger
- Flächengröße: Mengenrabatte bei größeren Objekten
- Objektbeschaffenheit: Verwinkelte Räume, viele Hindernisse, empfindliche Oberflächen
- Qualitätsanspruch: Höhere Qualitätsstufen erfordern mehr Zeit
- Reinigungszeiten: Nacht- oder Wochenendarbeit mit Zuschlägen
- Materialstellung: Inklusive oder durch Auftraggeber
Kostenbeispiel für ein mittelgroßes Büro
Beispielkalkulation für ein Büro mit 500 m² Fläche:
- Reinigungsfrequenz: 3x wöchentlich
- Leistungsumfang: Standard-Unterhaltsreinigung
- Monatliche Kosten: ca. 800 € bis 1.200 €
- Umgerechnet: ca. 1,60 € bis 2,40 € pro m² und Monat
Holen Sie immer mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch den exakten Leistungsumfang.
Nachhaltigkeit in der Unterhaltsreinigung
Umweltbewusstsein spielt auch in der Gebäudereinigung eine zunehmende Rolle. Nachhaltige Reinigung schont Ressourcen und verbessert das Raumklima.
Umweltfreundliche Reinigungsmittel
- Produkte mit EU-Ecolabel oder Blauem Engel bevorzugen
- Konzentrate statt Fertiglösungen (weniger Verpackung, weniger Transport)
- Dosierung nach Herstellerangabe (mehr hilft nicht mehr)
- Verzicht auf aggressive Chemikalien wo möglich
Ressourcenschonende Methoden
- Mikrofasertücher statt Einwegmaterialien
- Wassersparende Reinigungstechniken
- Moderne, energieeffiziente Geräte
- Optimierte Tourenplanung zur Reduzierung von Fahrten
Gesünderes Raumklima
Nachhaltige Reinigung wirkt sich positiv auf die Raumluftqualität aus:
- Weniger Chemikalien bedeuten weniger Ausgasungen
- Allergiker profitieren von schadstoffarmen Mitteln
- Angenehmer Arbeitsplatz ohne starke Reinigungsgerüche
Häufige Fehler bei der Unterhaltsreinigung vermeiden
Aus der Praxis kennen wir typische Fehler, die Sie vermeiden sollten:
Fehler bei der Planung
- Zu knappe Zeitvorgaben: Unrealistische Leistungsverzeichnisse führen zu Qualitätsmängeln
- Unklare Leistungsbeschreibung: Was nicht definiert ist, wird nicht gereinigt
- Fehlende Flexibilität: Starre Verträge ohne Anpassungsmöglichkeiten
Fehler bei der Durchführung
- Falsche Reinigungsmittel: Nicht jedes Mittel eignet sich für jeden Belag
- Zu nasse Reinigung: Schäden an Parkett, Laminat oder empfindlichen Oberflächen
- Vernachlässigte Bereiche: Unter Möbeln, hinter Türen, in Ecken
Fehler bei der Kommunikation
- Keine regelmäßigen Gespräche: Probleme werden nicht angesprochen
- Fehlende Dokumentation: Mängel können nicht nachgewiesen werden
- Zu späte Reklamation: Zeitnahe Rückmeldung ermöglicht schnelle Korrektur
Fazit: Professionelle Unterhaltsreinigung zahlt sich aus
Eine durchdachte Unterhaltsreinigung ist mehr als nur Saubermachen. Sie trägt zur Gesundheit der Mitarbeiter bei, erhält den Wert Ihrer Immobilie und schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Bestimmen Sie die Reinigungsfrequenz nach tatsächlichem Bedarf
- Definieren Sie klare Qualitätsstandards und kontrollieren Sie deren Einhaltung
- Wählen Sie Ihren Dienstleister sorgfältig nach fachlichen Kriterien
- Achten Sie auf Hygiene-Hotspots wie Kontaktflächen
- Setzen Sie auf nachhaltige Reinigungsmethoden
- Kommunizieren Sie regelmäßig mit Ihrem Reinigungspartner
Mit dem richtigen Partner und einem durchdachten Konzept wird die Unterhaltsreinigung vom Kostenfaktor zum Qualitätsmerkmal Ihres Unternehmens.
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